Feinstofflich

altNach dem Durchbrechen der sensorischen Barriere ist das Bewusstseinsfeld für eine veränderte Wahrnehmung geöffnet. Es erhält Zugang zu einem Interpretationsmodus, der in der spirituellen Literatur häufig als die feinstoffliche Ebene bezeichnet wird. Transpersonale Psychotherapeuten vergleichen diesen Bewusstseinszustand häufig mit Savikalpa Shamadi der Meditation. Der Zustand lässt sich als eine Art Wachtraummodus umschreiben, mit dem Kennzeichen, dass das dualistische Konzept weitestgehend aufrecht bleibt und die Gedankeninhalte noch mit Subjekt-Objekt Trennungen moduliert.

Ein umfassender Erfahrungskatalog lässt sich der feinstofflichen Ebene zuordnen: "...ein Einströmen aller Art spiritueller Erfahrung, Erfahrungen des eigenen Wesen selbst, Erfahrungen des persönlichen Gottes und der göttlichen Wirkensmacht, Erfahrungen kosmischer Bewusstheit, ein direktes Berührt werden von kosmischen Kräften und verborgenen Bewegungen der universalen Natur, eine psychische Sympathie, Einheit, Verbundenheit und Wechselbeziehung aller Art mit anderen Wesen und mit der Natur überhaupt, Erleuchtungen des Geistes durch Erkenntnis, Erleuchtungen des Herzens durch Liebe und Hingabe und spirituelle Freude und Ekstase, Erleuchtungen des Sinnes und Leibes durch höhere Erfahrung, Erleuchtungen dynamischen Handelns in der Wahrheit und Weite eines geläuterten Geistes, Herzens und einer geläuterten Seele, die Gewissheit des göttlichen Lichtes und der göttlichen Führung, die Freude und Macht der göttlichen Kraft, in Wille und Wandel wirkend." (Sri Aurobindo- Der Integrale Yoga S.83)

Häufig zählen integrale Theoretiker die Erfahrungen mit Naturphänomenen, geistigen Entitäten und Archetypen zur feinstofflichen Ebene. In diese Kategorie fallen auch Begegnungen und Kommunikation mit körperlosen Wesenheiten. Menschen die in die transpersonalen Bewußtseinsbänder eindringen, berichten häufig von Begegnungen mit Verstorbenen oder Seelen anderen Seinsdimensionen. Berichte dieser Art finden sich nicht nur seit Jahrtausenden bei Schamanen, Mystikern, Yogis, Heiligen und Weisen, sondern auch in den Aufzeichnungen transpersonaler Psychotherapeuten, die ihre Klienten während holotroper Zustände in die Gefilde der feinstofflichen Ebene führen. Grof schreibt über Begegnungen mit geistigen Wesenheiten, die in der Praxis transpersonaler Erfahrungstherapien auftreten können:  

„Es kommt vor, dass man im holotropen Zustand einer „Wesenheit“ begegnet, die Interesse an einer persönlichen Beziehung zu zeigen scheint, wobei sie die Rolle eines Lehrers, Führers oder Beschützers einnimmt oder einfach als Informationsquelle zur Verfügung steht. Solche Wesen werden üblicherweise als nicht inkarnierte Menschen, übermenschliche Wesenheiten oder Gottheiten wahrgenommen, die auf höheren Bewußtseinsebenen existieren und über außergewöhnliche Weisheit verfügen. Manchmal nehmen sie menschliche Gestalt an, manchmal erscheinen sie als strahlende Lichtquelle oder lassen einen ihre Gegenwart einfach spüren. Ihre Botschaften werden meist durch direkte Gedankenübertragung oder auf andere übersinnliche Art empfangen." (Grof, S.: Die Psychologie der Zukunft S.713)
 
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