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Philosohpia Perennis

altTranspersonale und Integrale Theoretiker sind häufig der Ansicht, dass sich in den spirituellen und mystischen Traditionen der Menschheitsgeschichte eine einheitliche Erkenntnis über die Beschaffenheit der "Realität" verbirgt, was als Philosophia Perennis, die Immerwährende Philosophie bezeichnet wird.  Demnach waren Schamanen, Yogis und Mystiker durch alle Zeitalter hindurch in der Lage, mit Hilfe von  bewusstseinsverändernden Techniken verschiedene Ebenen (Schalen) im Bewusstseinsspektrum zu identifizieren.  

Es scheint, dass Heilige und Weise nicht nur während holotroper Episoden temporären Zugang zu den spirituellen Bändern besaßen, sondern durch  transformative Praktiken in der Lage waren, transpersonale Elemente als dauerhafte Geisteszüge zu stabilisieren und sie in ihr Leben zu integrieren. Auf diese Weise konnten sie postkonventionell-moralische Entwicklungsstufen mit universalzentrischen Systematiken erreichen,  die den übrigen Individuen auf dem jeweiligen kollektiven Evolutionsschwerpunkt  noch verschlossen blieben. 

Die Erlebnisbeschreibungen der Bewusstseinsebenen sind in der spirituellen Literatur nach der kulturellen Färbung unterschiedlich. Die verwendeten Bilder und Wörter sind von den jeweiligen örtlichen und zeitlichen Prägungen abhängig,  dennoch lassen sich in der Kabbala, dem Sufismus, Tantrismus, Taoismus, Hinduismus, Buddhismus, Kaschmir-Shavaivismus sowie in den verschiedenen Totenbücher der vorindustriellen Kulturen transkulturelle und transkonfessionelle Kartografieübereinstimmungen des Bewusstseinsspektrums ableiten. Sie lassen sich mit den modernen Erfahrungsberichten von Probanden aus der klinischen Bewusstseinsforschung gut vereinbaren.  Die Erkenntnisüberlagerungen lassen sich mit einer Holarchie umschreiben:
 
6. absolute Bewusstsein (Urgrund, Sosein) 
5. kausale Ebene (formloses Bewusstsein) 
4. feinstoffliche Ebene (Archetypen) 
3. psychologische Ebene (mentaler Geist) 
2 .biologische Ebene (Moleküle, Zellen)
1. physikalische Ebene (Atome, Materie)
 
„Gemäß der Philosophia Perennis ist das ewige Jetzt aber ein Bewusstsein. Der göttliche Urgrund ist geistlich. Das Wesen des Brahman ist Chit oder Erkenntnis. Dass eine zeitliche Welt durch ein ewiges Bewusstsein erkannt und dadurch erhalten und immerwährend erzeugt wird, ist eine Vorstellung, die nichts ans sich Widerspruchsvolles enthält."
(Huxley, A., Die ewige Philosophie , S. 256) 
 
Jede Ebene des Spektrums transzendiert die Ebene unter ihr und schließt sie zugleich auch mit ein. In der mystischen Weltschau ist absolutes Bewusstsein der Urgrund aller Manifestationen. (Grof,S., Geburt,Tod und Transzendenz) . Ein "Bewusstsein", jenseits unserer sprachlichen Beschreibungsmöglichkeiten und mathematischen Erfassungspotentiale, liegt als ungeteilter der gesamten Wirklichkeit zugrunde. Die mystischen Weltsichten scheinen dabei häufig eine Involution zu beschreiben, in der sich Bewusstsein zu  fragmentarischere Formen bis hinunter zu den subatomaren Erscheinungen teilt.  
 
 
"Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier, wacht auf im Menschen!"
(Altindien)
 
Anhänger der Philosophia Perennis sehen den evolutionären Prozess häufig als Wiederaufstieg zu höherer Bewusstheit. Ihrer Ansicht nach besitzt der Mensch das Potential im Zuge der geistigen Entwicklung die spirituelle Sphären zu erschließen. Dies widerspricht dem vorherrschenden Weltbild des Materialismus, der Materie als alleinige Essenz der Wirklichkeit akzeptiert. Bewusstsein gilt lediglich als Produkt der materiellen Prozesse und endet auch mit deren Auflösung.
 
Die pessimistische Sichtweise des Materialismus verdammt den Menschen zu einer sinnlosen und absurden Existenz ohne höhere Ziele und Potentiale. Welche Taten der Mensch zu Lebzeiten auch vollbringt, am Ende sind sie wertlos und überflüssig. Reduziert auf seine niederen Triebe und Instinkte reiht sich der Mensch nahtlos in den widersinnigen Überlebenskampf der Spezies ein. Die gesamte Existenz scheint in diesem zufälligen Treiben von Staub und Schatten einem kosmischen Witz entsprungen zu sein.
 
Der Materialismus ist die Folge einer naturwissenschaftlichen Reduktion der Existenz auf objektiv messbare Prozesse. Die Konsequenz, mit der wir diese Strategie über die letzten 200 Jahre verfolgt haben, hat uns zu enormen Fortschritten der Technik verholfen. Aber unsere spirituelle und moralische Entwicklung blieb verhältnismäßig unterentwickelt, sodass wir uns noch immer  als begrenzte, materielle Objekte auf der Raum-Zeit Bühne wahrnehmen. Wir können mit der modernen Wissenschaften, der  Quantentheorie und der Neuronenforschung den Verstand zwar an die Grenzen des Materialismus heran bewegen und ihn sogar als unvollkommene Beschreibung der Welt durchschauen. Doch solange das Bewusstsein an die Schranken der rationalen Stufe und grobstoffliche Wahrnehmung gebunden ist, bleiben die transpersonalen Ebenen des Spektrum verschlossen und damit das Verständnis für die mystische Literatur der Menschheitsgeschichte. Erst die direkte, bewusste Erfahrung der spirituellen Bänder kann das Verständnis für die geistige Weltsicht der Philosophia Perennis tiefgreifend erweitern.  
 
altDie alten Meister hatten ihre Forschung nicht auf das objektiv Messbare reduziert, ihre Erkenntnisse über Realität und Bewusstsein zogen sie auch aus den transpersonalen Erfahrungen während holotroper Zustände. Doch mit der Einschränkung auf das objektiv  Fassbare bleibt uns heute nur noch die Erforschung der grobstoffliche Ebene. Sie verschließt uns nicht nur eine ganzheitlichere Sichtweise auf den Kosmos, sondern verbirgt auch unsere spirituellen Entwicklungspotentiale. Die Konsequenz, mit der wir unsere materialistische Erforschungsstrategie von Kosmos und Geist verfolgen, führt so weit, dass wir spirituelle Erfahrungen ausnahmslos als psychotische Störung pathologisieren und mit ihnen auch Menschen wie Aurobindo oder Theresa von Avila als Geisteskranke brandmarken. Demnach waren bislang auch alle Hochkulturen vor uns nichts weiter als primitive Götzenanbeter. 10.000 Jahre des menschlichen Erkenntnisgewinns waren Irrwege von Primitiven. Lediglich unserer Kultur gelang es bisher einen rationalen und wahren Blick auf das Universum zu entwickeln. 
 
Die moderne Zivilisation zeichnet sich durch ein grobes Unverständnis gegenüber den mystischen Lehren und den spirituellen Erkenntnissen der alten Hochkulturen aus. Trotz des technischen Fortschrittes gelang es bisher nicht, das Wissen der alten Kulturen um Bewusstsein und Kosmos aufzuklären, weshalb heute kaum Brücken zwischen dem geistigen Weltbild der Philosophia Perennis und den naturwissenschaftlich orientierten Vorstellungen eines toten, materiellen Universums bestehen.
 
 

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Oliver Sorin - Philosophia Perennis -

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